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Liebe und Abschied

Aktualisiert: 31. Jan.


Als langjähriger Tierbesitzer ist man mit dem Tod vertraut geworden, daran gewöhnen kann man sich jedoch nicht. Soll man auch gar nicht, denn jeder Abschied ist mit dem Verlust eines ganz besonderen und einzigartigen Lebewesen verbunden. Je länger und intensiver das Zusammensein mit dem Tier war, desto größer ist der Schmerz wenn es einen verläßt. Rainer Maria Rilke schrieb:" Wenn du an mich denkst, erinnere dich an die Stunde, in welcher du mich am liebsten hattest". Mit Apollo haben mich über 32 Jahre verbunden, mit Pascha und Rilana jeweils über 27 Jahre des fast täglichen Zusammenseins. Während dieser langen Zeit sammeln sich viele tausende Stunden an, an die man sich erinnert weil man sie in jeder einzelnen am liebsten hatte!

Bei Menschen sagt man, seine Familie kann man sich nicht aussuchen und viele hadern mit ihren familiären Verhältnissen oder brechen ganz mit ihrer Verwandschaft (oder Teilen davon). Tiere können sich ihre Menschen/Besitzer/Lebensumstände auch nicht aussuchen (auch wenn einige das behaupten) und es ist daher die Pflicht eines jeden Tierbesitzers dafür Sorge zu tragen, dass sein ihm anvertrautes Tier ein glückliches, zufriedenes Leben führt und am Ende auf viele tausende Stunden zurückblicken kann, in denen es gefühlt hat, dass man es am liebsten hatte!

Auf das Reiten bezogen fällt mir eine Anekdote von J. C. Dysli ein, in der er von seinem damaligen Ausbilder gefragt wurde: "Liebst du dieses Pferd?" Er wußte mit der Frage zu der Zeit nicht so recht etwas anzufangen - Liebe erschien ihm als junger Mann doch als ein zu großes Wort für einen Pferdetrainer. Jahre später hat er es verstanden! In der Reiterei wird über vieles gesprochen, Respekt, Führung, Vertrauen, Gymnasizierung usw., aber die einfachste und wichtigste Frage bleibt meist ungefragt: "Liebst du dieses Pferd?"

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